Fuchs macht Propaganda. Das ist an sich nichts spezielles, gehört er doch zum rechten Flügel, dort, wo die Volksseele sitzt. Nur, und das ist das Lustige daran: er betreibt diese reaktiv. Im Klartext: Zwei Musiker wettern gegen rechts, eine farblose rechte Figur nimmt das Thema auf, heftet es sich gross auf die Brust und wettert mit halbfahlem Juristendeutsch zurück (Stichwort: Anklage wegen Aufruf zum Mord. Funny enough: diesen Tatbestand gibt es gar nicht im Schweizer StGB). Das Ganze, zusammengefasst vom Schweizer Fernsehen, gibt's hier:
Nachdem Fuchs zurückgeblökt hat, argumentieren die beiden Musiker mit Überzeichnung, Promo und der "Sprache der Jugend", und Hunderte von Fans erblöden sich zu Einträgen in Fuchs Gästebuch auf http://www.thomasfuchs.ch/.
Wie bereits erwähnt: Fuchs hat nicht viel. Aber er hat jetzt ein Thema, und da er sonst nicht viel hat, lässt er sich dieses nicht mehr nehmen. Die beiden Musiker und ihre Fans und Freunde, kurz die ganze "Szene" ist jetzt plötzlich an allem schuld, an der Jugendgewalt, der Sittenverrohung und am zweiten Weltkrieg (Anmerkung: Das ist Überzeichnung und Politsatire und soll nicht ehrverletzend wirken, Herr Fuchs, hahaha). Da über die ganze Sache aber irgendwann mal Gras gewachsen war, droht Fuchs, in der Versenkung zu verschwinden. Da kommt ihm folgendes gerade recht:
Die D.I.C.-Crew, deren Parodien dem Schreibenden fast Krämpfe in die Tränenvorlachendrüsen trieben, lieferte (unfreiwillig) dem Profillosen neues Material. Jedenfalls nannte Thomas Fuchs dieses Video (teils wohl berechtigterweise) einen Schlag unter die Gürtellinie und veröffentlichte sein relativ haltloses Gegenstück:
Dass darin wahllose Szenen weniger wahllos zu Propagandazwecken zusammengeschnitten wurden, sieht wohl nur der geneigte Zuschauer. (Übrigens bewundernswert, wie T.F. die jungen Medien benutzt. Dafür gab's wohl Workshops bei "der Partei".) Und dass man schlussendlich einen so nicht existenten direkten Zusammenhang zwischen Hip Hop und Gewalt suggeriert, indem man Zeitungsausschnitte über Gewalttaten und Videosequenzen, die miteinander GAR NICHTS ZU TUN HABEN, in einem bunten Propagandamedley verfruchtsalatet, merkt wohl auch nicht jeder. Alle anderen nehmen diesen Zusammenschnitt sehr wahrscheinlich ernst und reagieren dementsprechend, nämlich mit Angst und Hass und subversivem Rassismus. Wen wir (also eigentlich: "wir") mehr Ernst nehmen, ist klar. Wen unsere Eltern wohl mehr Ernst nehmen aber wohl leider auch. Und zugeben muss man, dass "unsere" Seite diesen Quasidialog nicht gerade mit der feinen Klinge geführt hat, eher schon mit derjenigen, die T.F. auf dem Papier und vor allem im Kopfe des Volksmundes Recht gibt, wenn er von Rufmord und ähnlichem spricht... Darum als Aufmunterung das hier:
"Im Nationalrat sage ich Ja zu tieferen Steuern, damit Ihr mehr im Portemonnaie habt, Ja zu mehr Sicherheit im öffentlichen Raum, Ja zu sicheren Arbeitsplätzen, DARUM sage ich Nein zur EU und zur Nato." Völlig logisch, Herr Fuchs, klar, macht Sinn. Ich bin für mehr Reichtum, also sage ich Nein zu Fussball. Mhm, gross argumentiert. Fazit: Nur die Hip Hop-Geschichte bringt einwenig Farbe ins triste Politspiel und -leben dieses Mannes. Und Thomas Fuchs wäre ohne Hip Hop nicht halb so weit in seinem Aufstieg zum Nationalrat. Say thanks, Thomas.
1 Kommentar:
Haha! Berishas tödlicher Parkplatzkampf. Was hat das damit zu tun?
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